Keine Hawker-200
Hawker Beechcraft wird das Hawker-200-Programm vorerst nicht weiter verfolgen. Die Unternehmensleitung will auf bessere Zeiten warten.
will auf bessere Zeiten warten.
Die Unternehmensleitung macht die unsichere wirtschaftliche Situation und die sich daraus ergebenden Auswirkungen auf den Leichtjetmarkt für diese Entscheidung verantwortlich. In einem Brief an die Mitarbeiter schreibt Bill Boisture, Chairman und CEO von Hawker Beechcraft, dass die Hawker 200 im Flugtestprogramm alle Erwartungen erfüllt oder übertroffen habe. Das Unternehmen sei daher bestens positioniert, das Programm fortzusetzen, wenn „die Zeit dafür richtig“ sei. Bis dahin werde Hawker Beechcraft die Produktion seiner Jet- und Turbopropmodelle steigern, um der Nachfrage gerecht zu werden.
Zu einem früheren Zeitpunkt hatte Hawker Beechcraft die Zulassung des Leichtjets für das dritte Quartal 2012 in Aussicht gestellt. Das neue Modell ist aus der in der Entwicklung befindlichen Premier II entstanden. Diese hatte Hawker Beechcraft im Frühjahr 2008 vorgestellt, verbunden mit der Erwartung, 2010 die ersten Flugzeuge in Dienst stellen zu können. Die Flaute auf dem Business-Aviation-Markt hatte Hawker Beechcraft bereits bei diesem Projekt genötigt, es in die Länge zu ziehen.
Schlechte Nachrichten auch aus der Finanzwelt: Die Ratingagentur Standards & Poor hat Anfang Dezember die Kreditwürdigkeit des Unternehmens auf "CCC" herabgestuft. Hawker Beechcraft schleppt eine beträchtliche Schuldenlast mit sich herum, die 2014 fällig wird. Im dritten Quartal machte das Unternehmen 42 Millionen Dollar Verlust und hat weitere 300 Entlassungen angekündigt.
Im Herbst wurde Hawker Beechcraft aus einem Wettbewerb der US Air Force für ein leichtes Turboprop-Angriffsflugzeug ausgeschlossen. Die Firma hatte ihre AT-6 ins Rennen geschickt. Der geplante Auftrag soll sich über fünf Jahre erstrecken und hat ein Volumen von etwa einer Milliarde Dollar. (Quelle: Aerokurier 9.12.11)


