Wie lange existiert das Luftfahrtunternehmen?
Erfahrung ist in der Luftfahrtbranche das A und O. Inbesondere mit den gesetzlichen Bestimmungen (es gibt tausende!) muss sich der Operator auskennen. In Europa kann man zu mehr als 2000 Flughäfen fliegen. Doch nicht jeder Airport ist gleich. Langjährige Erfahrung erspart unangenehme Überraschungen und kann Verzögerungen vermeiden helfen. In der Regel können Sie davon ausgehen, dass ein länger existierendes Luftfahrtunternehmen über einen reicheren Erfahrungsschatz verfügt und sich auf dem Markt etabliert hat.
Wie kann man einen Broker von einem Luftfahrtunternehmen unterscheiden?
Es ist oft gar nicht so einfach anhand des Internetauftritts einen Broker von einem Luftfahrtunternehmen zu unterscheiden. Ein paar Anhaltspunkte:
Auf einer Webseite eines Flugbetriebes finden sich i.d.R.
- eine genaue Vorstellung der Flotte (ein oder mehrere Flugzeuge, nicht endlos viele)
- die Flugzeuge werden mit Registrierung genannt
- ein paar Worte zur Firmengeschichte
- Informationen über die Crews & die Technik
- AGB´s die den Firmennamen enthalten
- konkrete Stornobedingungen
in der Angebotserstellung / Buchungsbestätigung:
- die genaue Bezeichnung des Operators
- die genaue Bezeichnung des Flugzeugs inklusive der Registrierung
- die AGB´s, die den Firmennamen enthalten
- Crew mit Namen und Telefonnummer
- Fotos von dem Flugzeug, das gebucht wurde
Hat das Unternehmen ein gültiges AOC?
Das AOC (Air Operator Certificate) auf deutsch Luftverkehrsbetreiberzeugnis (in den USA Air Carrier Operating Certificate), ist in der EU die Voraussetzung zur Erteilung einer Betriebsgenehmigung zur Erbringung von Flugdiensten an ein Unternehmen. Grundlage für die Erteilung einer Betriebsgenehmigung anhand der AOC ist die Verordnung (EG) 1008/2008 des Parlaments und des Rates, die die Verordnung (EG) Nr. 2407/1992 des Rates am 1. November 2008 ablöste. In DEutschland in das LBA (Luftfahrtbundesamt) für die Erteilung zuständig. Lassen Sie sich das AOC zeigen. Link zum LBA
Gibt es Referenzen?
Referenzen finden sich schwer in einer Branche, wo Diskretion so wichtig ist. Fragen Sie trotzdem nach oder erkundigen Sie sich bei Geschäftspartner und Bekannten.
Wurden Sie über Buchungs- bzw. Stornobedingungen aufgeklärt?
Jeder seriöse Operator wird Ihnen bereits in der Angebotsphase seine Buchungs- und Stornobedingungen vorlegen. Fragen Sie gegebenfalls nach den AGB´s und bei Unklarheiten.
In der Regel sind im Endpreis alle für den Flug notwendigen Leistungen eingeschlossen (Crew, Flugzeug, Flugbenzin, Handling, Flughafengebühren etc.). Eine notwenige Enteisung wird häufig nachträglich berechnet.
Ist das Impressum der Webseite vollständig?
Diese Frage erscheint zunächst unwichtig, aber folgende Fragen sollten sich anhand der Webseite beantworten lassen:
- vollständige Unternehmensbezeichnung
- Unternehmensform (GmbH, AG etc.) Vorsicht bei Ltd.!
- Geschäftsführer
- Kontaktdaten, wie Adresse, Telefon, Fax und Email
- Nummer des Registergerichts (HRB) und Steuernummer (UstNr.)
- Nummer des AOC
Ist das Angebot / die Buchung abweichend von den mündlichen Absprachen?
In der Praxis müssen Luftfahrtunternehmen die Vorgaben des Gesetzgebers strikt einhalten. Vor allem die notwendigen Landebahnlängen führen dazu, dass bestimmte Flughäfen nicht angeflogen werden dürfen. Um den begehrten Auftrag zu bekommen, versprechen manche Operator mehr als sie legal halten können. In der Praxis sagt man ihnen die Landung auf einem bestimmten Flugplatz zu, in der Auftragsbestätigung steht aber ein anderer Airport. Aufgepasst bei solchen Methoden!
Klären die Mitarbeiter bereitwillig Ihre Fragen?
Sollten die Antworten mager ausfallen, können unterschiedliche Gründe dafür verantwortlich sein:
- der Mitarbeiter weiß es nicht besser
- man möchte Ihnen nicht antworten
- der Mitarbeiter hat keine Zeit
In allen 3 Fällen sollten Sie auf eine genaue Antwort bestehen oder ihre Entscheidung überdenken.
Erfahrungen der Crew
Für viele ist Fliegen ein Traum, den sie sich mit einem eigenen Flugschein erfüllen. Doch zum Fliegen gehört mehr als die Flugprüfung: Erfahrung, Fingerspitzengefühl, Zuverlässigkeit und Verantwortungsbewußtsein. In der Executive Aviation zählen auch Attribute wie Servicebewußtsein und Kommunikationsfähigkeit.
Der reibungslose Ablauf im Cockpit ist sicherheitsrelevant. Daher müssen die Piloten ein CRM-Training (Crew Ressource Management) absolvieren. Eingespielte Crews, die schon hunderte Flugstunden zusammen absolviert haben, sind ein wichtiges Qualitätsmerkmal. Fragen Sie nach, wie viele Flugstunden der jeweilige Pilot hat und wie lange er schon für das Unternehmen fliegt.
Zusatzkosten
In der Executive Aviation gibt es keine Pauschalen. Üblicherweise werden die Preise abhängig von ihren Flugdaten ermittelt. Änderungen dieser Deteminaten schlagen sich manchmal in Preisänderungen wieder. Folgende Zusatzkosten können auf Sie zukommen:
- Entgelte durch Übernachtung der Crew, so genannte overnights (entstehen bei verspäteten Abflügen, wenn Maschine und Crew nicht mehr zum Heimatflughafen zurückkehren könne)
- Gebühren für Spät- oder Frühlandungen
- Kosten für Enteisung
- Kosten für alternative Flughäfen, wenn eine Landung auf dem ursprünglich geplanten Airport nicht möglich ist
Folgende Zusatzkosten sollten bereits vor der Buchung fixiert werden:
- Buchung einer Flugbegleiterin
- besonderen Cateringwünsche
- Gebühr der Benutzung des Satellitentelefons
- Rservierung einer VIP-Lounge
- Buchung eines Transfers
Haben Sie das Gefühl, dass es nur um den Preis geht?
Unterbietet der Operator sein eigenes Angebot nachträglich? Offenbar will der Unternehmer den Auftrag um jeden Preis. Achtung, da könnten finanzielle Probleme eine Rolle spielen.
Erscheint Ihnen der angebotene Preis zu günstig oder zu teuer dann fragen Sie sicherheitshalber noch bei einem anderen Unternehmen nach.
Abweichungen
Vorsicht, wenn einige Flugunternehmen eine Strecke anbieten, die andere Operator ablehnen. Vor allem Flugangebote zu den Flughäfen Lugano, Bozen oder Mannheim sollten Sie genauer unter die Lupe nehmen. Diese Destinationen sind sehr beliebt, aber nur unter bestimmten Voraussetzungen anfliegbar.
Nachfragen lohnt auch in Sachen Reichweite. Obwohl bereits im Vorfeld klar ist, dass eine Zwischenlandung zum Tanken für eine bestimmte Strecke notwendig ist, bieten einige Operator den Flug nonstop an. Sie "verkaufen" dem erstaunten Passagier während des Fluges, dass die Zwischenlandung nur aufgrund der "besonderen Wetterverhältnisse" oder anderer nicht vorhersehbarer Ereignisse notwendig wurde und ernten dafür womöglich noch Dankbarkeit.

